D-Leverkusen
Masterplanung Neue Bahnstadt Opladen

städtebauliches kooperatives Verfahren 2006
Größe: 72,0 ha
Auftraggeber: DB Services Immobilien GmbH |  Stadt Leverkusen

Programm

Konversionsfläche ehem. DB-Areal, städtebaulicher Entwurf, Freiraumplanung, Verkehrsplanung, Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe

Leitidee – Städtebauliche Konzeption | Ein Netz wie eine „Zugseilkonstruktion“, die zwei Stadtteile überspannt und verbindet soll das prägende Bild sein. Zwei gebogene Parkräume, der neue Bahnpark Opladen und der neue Quettinger Grünzug, „spannen“ in ihrem Zwischenraum das Netz der Neuen Bahnstadt Opladen auf und verbinden das Zentrum Opladens mit dem Stadtteil Quettingen.

Zwischen zwei sehr prägnanten, in Ihrer Substanz bereits fragmentarisch vorhandenen Parkräumen, wird ein „Netz“, ein „grid“ aus Straßen, Wegen und Plätzen, streng in der Orthogonalität des alten Eisenbahnausbesserungswerks aufgespannt, dass zum einen die Neue Bahnstadt Opladen als ablesbaren Stadtteil klar definiert und zum anderen stadtstrukturell, wie funktional eine überzeugende städtebauliche Ost-West-Verbindung schafft und somit Quettingen an das Zentrum wachsen lässt. bzw. das Zentrum Opladens über die Bahn in Richtung Quettingen wächst. Die beiden großen Parkräume sind dabei Teil einer übergeordneten vernetzenden Freiraumstruktur in nord-südlicher Richtung und Verteiler der ost-westlich ankommenden Rad- und Fußwege.

Idee bei der Entwicklung des neuen Stadtteils ist vor allem den Maßstab und seine Ausrichtung des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks, zumindest in Teilen, als Zeitzeuge und „Spur des Vergangenen“ eines über ein Jahrhundert stadtprägenden Arbeitgebers, geschickt in die Zukunft zu transformieren. Dies allerdings deutlich ohne den Versuch die riesigen Hallen einer neuen Nutzung übergeben oder gar deren Fassaden als „Kulissenarchitektur“ integrieren zu wollen. So wird aber gerade die markante Orthogonalität des Areals in seiner jetzigen Bebauungsstruktur, leicht gekippt zu der des Zentrums, weiterhin Bestand haben und prägend sein. Die großen Hallen werden weiterhin als abgeschlossene Cluster, als „Hallenbezirke“ in ihren alten Grenzen subtil ablesbar sein und dem Gebiet eine sehr signifikante Adressbildung geben. Östlich der DB-Trasse bildet die Neue Bahnstadt Opladen eine signifikante Raumkante zum neuen Bahnpark. Das Konzept ist die Idee einer „Stadtmauer“. Die „Stadtmauer“ der Neuen Bahnstadt als zusammenhängende Linearstruktur – aufgebrochen durch zwei dominierende Gesten: Zwei „Stadttore“ als Stadtterrassen und qualitätvolle Platzräume der Bahnstadt – jeweils verbunden über einen Brückenschlag ins Zentrum Opladens. Von diesen Platzräumen schaffen zwei signifikant ausgeprägte städtebauliche Strukturen die Verbindung zwischen Ost und West.

Innere Struktur/ Flexibilität/ Entwicklung | Elementarer Bestandteil des Konzepts ist im Inneren eine robuste, anpassungsfähige Netzstruktur, die Bereiche als eigene Quartiere klar definiert, deren Grenzen vorgibt, doch letztlich innerhalb dieser eine große Variierbarkeit der Typologien zulässt, ohne das städtebauliche „Ganze“ zu verlieren. Durch diese deutliche Quartiersbildung ist die geforderte prozessuale Entwicklung durchgängig möglich. Vorhandene Freiraumstrukturen werden weitergedacht und schaffen somit den Grundstein für eine qualitätvolle Entwicklung des öffentlichen Freiraumes, der wiederum Inkubator weiterer Quartiers- bzw. Bereichsentwicklungen ist. Das gesamte Areal kann durch die Flexibilität der Netzstruktur über verschiedene Abfolgen prozessual so entwickelt werden, dass nie der „Rumpf“ einer nichtfertigen städtebaulichen Gesamtplanung entsteht. Es können Quartiere mit eigenem Gesicht und eigener Adressbildung entstehen. Hohe atmosphärische Binnenqualitäten, in Form einer sozialräumlichen Differenzierung in öffentliche, gemeinschaftliche und private Räume schaffen ein großes Maß an Attraktivität. Jedes Quartier hat ein oder zwei kleine Quartiersplätze, die sich in ihrer Summe wie ein eigenes Netz über das gesamte „grid“ der Bahnstadt legen, jeweils Knotenpunkte der Erschliessung sind und somit ein vielfältiges Durchwegen der Neuen Bahnstadt Opladen ermöglichen.

Die Grundstücksgrößen innerhalb der Quartiere sind in ihrer Form, Größe und deren Addition so geschickt konzipiert, dass jeweils die einzelnen Wohnformen aus freistehendem Einfamilienhaus, Doppelhaus sowie Ketten- und Patiohäusern austauschbar, aber dennoch wieder in der Gesamtstruktur passend sind. Dies hat zur Folge, dass der Investor jederzeit flexibel auf jeweilige Marktanforderungen reagieren kann, ohne dass das städtebauliche Konzept irgendeinen Schaden nehmen würde.

Die beiden Bereiche der jetzigen Hallen werden durch eine bis zu viergeschossige Bebauung aus Townhouses (Wohnen und Arbeiten, Mehrgenerationen, Einfamilien/Mehrfamilien) und Geschosswohnungsbau in Ihren Umrissen definiert. Im Inneren der „Hallen“ entsteht eine „flächendeckende Teppichstruktur“ die eher konventionell, wie innerhalb der großen Halle, oder eher experimentell, wie innerhalb der kleinen Halle entwickelt werden kann. Aber auch schafft die Flexibilität des städtebaulichen Gerüstes vielen Möglichkeiten.

Mischnutzungen werden in die Gesamtstruktur integriert, ohne dass störende Effekte für das Wohnen auftreten können. Der Gewerbebereich ist durch einen „Ring“ aus Dienstleistung und eigener innerer Erschließung effektiv von den wertvollen Bereichen des Wohnens getrennt. Die städtebauliche Struktur ist so konzipiert, dass sämtliche Gebäude durch Ihre spezifischen Typologien optimal zur Sonne ausgerichtet werden können. Nord- und größtenteils Ostgärten sind hierbei ausgeschlossen um ein  optimale Vermarktung zu sichern.

Mitarbeiter

Ralf Herkrath, André Boucsein, Benjamin Bebiolka, Nicolai Müller, Christian Pflug, Lorena-Tiziana Vacirca

Landschaftsarchitekten: lohrer.hochrein

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