D-Trier
Tranformation Kasernengebäude Wissenschaftspark Petrisberg

Wettbewerb 2006, 2. Preis
Größe: HNF 2.960 m² | BGF 3.500 m²
Invest: ca. 3.5 Mio. Euro

Programm

Neugestaltung des Gebäudes 005 im Wissenschaftspark Trier Petrisberg

Das Wein berankte Haus – Transformation von der Kaserne zum repräsentativen Bürohaus

Transformation | Dem Haus 005 ist das Thema „Inspiration“ zugedacht. Wir wollen versuchen das Thema aufzugreifen und zu entwickeln. Auch die Farbe „Blau“ wird grundsätzlich, wenn auch nicht so farbig, beibehalte.

Pragmatisch – Funktionale Grundlage | Grundsätzlich erhält das Gebäude in Gänze so genannte französische Fenster  Alle Räume erhalten dadurch mehr Licht und bekommen auch im Inneren einen großzügigen Charakter. Äußerlich wirkt sich dies sehr positiv auf die Proportionen des Hauses aus – die Fassade wird „gestreckt“ und wirkt sehr viel einladender, repräsentativer und „feiner“.

Die großzügigen naturfarbenen Holzfenster erhalten einen effektiven außenliegenden Sonnen-, Blend- und Sichtschutz als interpretierten Fensterladen. Diese sind mit einem sehr feinmaschigen, transparenten, jedoch das Sonnenlicht stark reflektierenden Edelstahlgewebe um eine einfache, zweiteilige Stahlrahmenkonstruktion gespannt. Die glänzend-changierende Anmutung des Gewebes auf dreimeterhohen Fensterläden gibt dem Haus etwas Besonderes und Repräsentatives. Da sich die Läden in der Realität alle in unterschiedlichen Stellungen befinden werden, entsteht eine gewisse Unordnung bzw. ein sich täglich änderndes „Spiel“ in der strengen Fassade, wodurch gerade in Verbindung mit dem „leichten“ Material, das Gebäude überzeugend von seinem martialischen, schweren Charakter befreit wird.

Schließlich werden an beiden großen Fassaden noch vereinzelt rahmenlose Ganzglasvitrinen mit unterschiedlichen Funktionen angebaut. Gestalterisch „lockert“ dies ein weiteres Mal die vermeintliche Monotonie der Fassade auf. Auf der Eingangsebene sind dies eigene Eingänge für diverse Mieteinheiten, die bei Umbauten jeder Zeit demontier- und verrückbar sind. Auch die beiden großen Haupteingänge sind großzügig, vitrinenhaft erweitert. Hier soll direkt auf Fußgängerniveau jeweils die eigene Werbung, das eigene Produkt überzeugend präsentiert werden. Ebenso verhält es sich im ersten Obergeschoss. Die Vitrinen sind hier reine Ausstellungsvitrinen – Schaufenster der individuellen Darstellung der jeweiligen Firma. Auf der anderen Seite, zur Landschaft, ins Tal sind die Vitrinen „Panoramakanzeln“ von denen in einer freien inspirativen Minute eben diese wunderschöne Landschaft genossen werden soll.

Gestalterisch-Konzeptuelle Idee aus Historie und Genius Loci | Inspirativ ist der Blick in die Weite und Schönheit der umgebenden Rebenlandschaft. Inspirativ ist im Sommer der Blick durch Weinlaub mit üppigen Weintrauben in den Himmel, begleitet vom erhellenden Sonnenlicht, vielleicht alles bei einem Glas Wein. Wein als solcher kann inspirierend sein. Inspiration ist Eingebung und Erhellung. Dazu bedarf es Schönheit und Atmosphäre, Leichtigkeit und Sinnlichkeit. Wein und Inspiration sind in der Schönheit dieser Landschaft sehr eng miteinander verbunden.

So wird die Arabeske der vitis vinifera an diesem Haus auch zum Sinnbild für Inspiration und schafft damit zwei Dinge: Umsetzung eines Themas und Verankerung vor Ort.

Auf der Fassade werden die Muster mit einfachen Schablonen im Sprühverfahren, auf dem Gewebe im Druckverfahren aufgebracht. Beides, einfache und kostengünstige Verfahren der Umsetzung.

Mitarbeiter

Ralf Herkrath, Benjamin Bebiolka

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