D-Bochum
Masterplanung Universitätsstrasse

Städtebaulicher Wettbewerb 2010, 3. Preis
Größe: BBL 5,0 ha, BGF 99300 m²
Auftraggeber: EGR, Entwicklungsgesellschaft Ruhr

Programm

Masterplanung, städtebaulicher Entwurf, Freiraumplanung
Wissenschaftsbauten, Labore, Verwaltung und Gewerbe

Leitidee – Einfach und klar | Zwei präzise ablesbare Cluster mit einem prägnanten Hochpunkt an der Universitätsstraße sollen den diffizilen Grundstückszuschnitt gliedern, deutliche Adressbildungen entlang der Entwicklungsachse „Universität-Stadt“ definieren und ebenso Grundlage für ein flexibles Strukturkonzept sein.

Städtebau und Freiraum | Ziel ist, dass innerhalb dieses einfachen Konzepts sich viel Spielraum für qualitätvolle Binnen-Stadträume generieren lässt, damit ein urbanes Stadtquartier entstehen kann. So definieren sich zwei identitätsstiftende Quartiersplätze, jeweils in einem der Cluster, beide als Anfangs- oder Endpunkt einer zweireihigen Baumallee, die zick-zack-artig als Rückgrat durch das gesamte Areal führt.

Großer Cluster mit Hochhaus | Hochhaus, bauliche Längskante des großen Clusters mit davorliegendem kleinem Park schaffen eine signifikante Adressbildung zur Universitätsstraße und gliedern das Gesamtareal als einen der „Trittsteine“ des Masterplans der Entwicklungsachse „Innenstadt-Universität“. Durch Verschwenken der eigentlichen Baukante von der Universitätstrasse, entsteht ein dreieckiger Freiraum, der Stadtraum für den Hochhaussolitär wird. Zwischen Hochhaus und westlicher Raumkante des Clusters entsteht ein Platzraum, der Auftakt und „Tor“ ins Quartier für alle Besucher ist. Genauso schafft dieser Platzraum mit dem Hochhaus einen adäquaten Endpunkt der Querenburger Straße als ehemals große Radiale, die seit dem Bau der Universitätsstraße heute im „Nichts“ endet. Das Hochhaus wird somit nicht nur signifikante Adressbildung zur Universitätsstraße, sondern es repariert auch an dieser Stelle die fragmentierte historische Stadtstruktur. Der Quartiersplatz im Innern des Clusters schafft einen multifunktionalen Stadtraum mit vielfältigen Qualitäten. Er ist Anfangs- oder Endpunkt der Philippstraße und soll den Namen „Philippplatz“ tragen. Er ist mit dem Platzraum am Hochhaus Teil einer urbanen Raumfolge.

Kleiner Cluster | Der kleinere Cluster fordert eine überzeugende Integration der bestehenden Gebäudestrukturen. Ebenso klar und rigide wie sein „großer Bruder“, integriert er quasi die vorhandene Wohnbebauung entlang der Paulstraße und verbindet vorsichtig die unterschiedlichen Maßstäbe. Man könnte die Wohnbebauung strukturell als Teil des Clusters bezeichnen, wobei nutzungstypologisch eine klare Trennung gegeben ist. Auf diese Weise aber verzahnt sich dieser Cluster über definierte Fluchten mit dem größeren und es entsteht eine ablesbare städtebauliche Gesamtfigur. Der Quartiersplatz im Innern schafft ebenso wie der „Philippplatz“ hohe identitätstiftende Qualitäten und kann verschiedenartig bespielt werden. An der südlichen Seite des Platzes entsteht eine kleine Torsituation ins Quartier. Der Platz ist Teil der Paulstraße und soll daher den Namen „Paulplatz“ tragen. Philippplatz und Paulplatz werden somit zu zwei einprägsamen Synonymen für das neue Areal mit seinen beiden Quartieren.

Bauabschnitte und Flexibilität | Es ist offensichtlich, dass der vorliegende Bebauungsvorschlag in unterschiedlichen, in sich abgeschlossenen Abschnitten realisiert werden kann. Klare Raumkanten definieren immer wieder „Teilblöcke“ oder „Untercluster“ innerhalb der Quartiere. Die Freiräume sind klar definiert und fungieren als Impulsgeber. Die einfache Grundstruktur mit definierten Platzräumen und klar ablesbaren Außenkanten stellt ein vielfältig variierbares Grundgerüst dar, das langfristig eine hohe Flexibilität erlaubt.

Erschließung | Ein neuer Kreisel dient für den MIV als Auftakt ins Quartier, wie er auch windmühlenartig die beiden neuen Cluster bzw. deren Haupterschließungen mit der bestehenden Straßenstruktur verknüpft. Der Kreisel ist „Gelenk“ sowohl zwischen den beiden Clustern als auch zwischen alter und neuer Bebauung. Sowohl die neue verlängerte Philippstraße als auch die verlängerte Paulstraße docken am Kreisel an. Sie werden über den Kreisel zu einer durchgängigen Baumallee mit jeweils einem Quartiersplatz – als Rückgrat des gesamten Areals. Ziel ist, ein einfaches und städtisch urbanes Erschließungskonzept mit straßenräumlichen Qualitäten.

Entwässerung | Analog zum Entwurfskonzept und der gegebenen Wasserscheide stellt sich die Ausformulierung der Regenrückhaltung als integraler Bestandteil des stadtgestalterischen Gesamtkonzepts dar. An den tiefsten Punkten der beiden Cluster entstehen jeweils als Teil der städtebaulichen bzw. freiräumlichen Situation offene Erdbecken. Westlich des größeren Clusters, im Bereich des kleinen Parks entstehen mehrere Becken auf unterschiedlichen Ebenen, die zusammen einen reizvollen Wasserakzent im Zugangsbereich des Areals setzen und die Adressbildung unterstützen. Südlich des kleineren Clusters entsteht ein lineares Band, das zusammen mit einer begleitenden Baumreihe einen Wasserakzent als Abschluss des Quartiers bildet.

Mitarbeiter

Deniza Georgieva, Can Danis, Dennis Harman

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