D-Dortmund
Masterplanung Hauptbahnhof 3DO Vorplatz Nord und Süd

Wettbewerb 2002, 2. Preis
Auftraggeber: Stadt Dortmund

Ein Band von 5 Plätzen – Hiltropplatz – Thierplatz – Petrikirchplatz – Königsplatz – Steinplatz

Nachdem das sogenannte Dortmunder Ufo als Überbauung der Gleisanlagen des  Dortmunder Hauptbahnhofs, ein kreisrundes, einer fliegenden Untertasse ähneldes Gebäudekonstrukt, von vielen Seiten in der Stadt demontiert wurde, tat sich die Chance auf für ein nicht minder monströses Projekt als grosses Einkaufszentrum über den Gleisen namens 3DO. Für dessen Platzgestaltung bzw. städtebauliche Arrondierung im städtischen Gefüge wurde ein Wettbewerb ausgelobt. Die Arbeit des Büros wurde mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Auch dieses Projekt ist nun mittlerweile vom Tisch – von den Akteuren zerredet bis zur Aufgabe. Geblieben ist den Dortmundern nach über 15 Jahren Hin- und Herplanerei, ihr alter, frisch aufgehübschter Nachkriegsbahnhof in der Anmutung des ewigen Provisoriums – dessen endliche Tage von vielen herbei gesehnt wurden und noch immer werden. Doch das Provisorium bleibt – für einen der 10 grössten Bahnhöfe der Bundesrepublik mit über 900 Zugverbindungen pro Tag inkl. S-Bahnen, auch mit neuem Anstrich ein mehr als armseliges Bild. So ist dieses vorliegende Konzept heute leider obsolet.

Leitkonzept/Maßnahmen

- Klären der Situation durch Entwicklung einer konsequent vernetzenden Systematik

- Herausarbeiten der  Nord-Süd-Fußgängerachse Hiltropwall-Petrikirche-HBF-Steinstraße-Keuning-Haus

- Funktionierende Überwindung der „Dortmunder Zäsur“ der Bahntrasse in Ost-Westrichtung

- 3-DO als Stadttor und Bindeglied zwischen nördlicher Innenstadt und City

- Entwicklung des neuen Königswallstegs

- Im Norden geschickte Überwindung der großen Höhenunterschiede

- Städtebauliche Neuordnung der Stadträume

- Klären der diffusen Situationen

- Schaffung von Aufenthaltsqualitäten

- Betonung der Funktion des Bahnhofs durch die Plätze, gerade auch in verkehrsplanerischer
Sicht/ZOB mit 3-DO Andienung und allen Vorfahrten unter dem neuen Steinplatz

- großstädtische Profilierung der Plätze,

- spannungsvolle Wechselbeziehungen zwischen Platzflächen und Fassaden des 3-D0

Königswallsteg

- Brückenschlag wird leicht und transparent über den Königswall geführt

- größtmögliche Filigranität durch Gabelkonzept in Form eines Doppelstegs

- es entsteht kein Eindruck der „Überdeckelung“ des Platzes

- Elegante Linienführung und Integration der vorhandenen 3-DO-Planung und der Freitreppe

Konstruktion

- Druckglieder (Rohre), ähnlich einer Bogenbrücke

- Zugelemente (Seile), korrespondierend als Unterspannung

- Seilauskreuzungen zwischen Druckgliedern und Zugelementen

- Biegesteife H- Elemente, für die seitliche Aussteifung und die Kopplung der Elemente

- Druck- und Zugglieder im Grundriss verwunden, um die seitliche Stabilität zu gewährleisten

Südplatz/Königsplatz

- Städtebauliche Neudefinition analog des Wallrings

- Schaffung eines sog. Zwischenmaßstabs um die Größe von 3-DO zu integrieren

- kleinere Hochhäuser, die mit den bestehenden Höhendominanten im Dialog stehen

- „Filter“ zwischen der eigentlichen City und dem 3-DO

- Verkleinerung des jetzigen „Platzraumes“/Königswallraumes

- Definition von Raumkanten – Schaffung von Bereichen

- großer längsgerichteter Grünplatz aus dem sich der eigentliche Königsplatz definiert, als Platz im Platz

- Klare Ablesbarkeit des neuen Königsplatzes, Aufenthaltsqualität durch Maßstäblichkeit

- Platz als Entree zur Stadt, ankommen und abfahren, Visitenkarte für den Fremden

- Platz mit hohem repräsentativen, großstädtischem Charakter

- Platz beschreibt als künstlerisches Ereignis zur Verdeutlichung des Raumes ein Meer von
- Element Wasser als Erlebnis

- im Grünplatzbereich Ruhezonen, Taxivorfahrt, Kiss and Ride, Fahrradabstellplätze

- Integration und Optimierung der verkehrlichen Funktionen, Verlegung des ZOB

Nordplatz/Steinplatz als Urbaner Stadtplatz auf E 1

- Städtebauliche Neudefinition

- Urbaner Platz als Platz im Platz mit elementaren Baukörpern

- deutliche Definition und Abgrenzung des neuen Steinplatzes durch das andere Niveau

- Diagonalerschließung zur Post und zum CineStar, Filter zum CineStar

- Höherlegung des Platzes aus städtebaulichen und funktionalen Erwägungen

- der Platz überwindet Teile der großen Höhendifferenz von 3-DO zur Steinstraße

- gefasster Platz mit hoher Aufenthaltsqualität,

- adäquate Hotelplatzsituation

Nordplatz/Steinplatz als Verkehrsplatz auf E 0

- Integration und Optimierung aller verkehrlichen Funktionen

- Integration des neuen ZOB mit direktem Bahn-, Taxi- und ÖPNV-Anschluss

- Integration des Linienbusverkehrs

- Integration der LKW-Andienung von 3-DO, daher keine störenden Verkehre mehr im Postplatzbereich

- Integration von Postkurzparkern

- Integration aller 50 Taxen

- Integration von Kiss and Ride

- Integration von ausreichend Kurzzeitparkern

- direkte Anbindung über interne Rolltreppen an den HBF,
- Niveau einer großstädtischen Verkehrsstation mit allen Subfunktionen

- ausreichend Tageslicht durch Öffnungen und Verglasungen von oben, kein Dunkelraum!
- drei ruhige, fast gänzlich verkehrsfreie Platzbereiche

Mitarbeiter

Christian Ebinger, Karen Engstfeld, Petra Hartmann, Jan Rübenstrunk, Maren Scholz, Wilhelmine Schütte, Christine Schleyer

Visualisierungen: knobling.com

  • Kontakt

    SPAP
    Architektur Stadt Landschaft
    BDA DASL

    Postfach 100808
    D-44008 Dortmund

    dortmund@spap.de

     

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